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11. Februar 2012
 

sonntags

 
sonntags, 9.02 Uhr
Kinder in Burundi mit Freiwilligen aus Deutschland. Quelle: Marie Kirch
Volontäre aus Deutschland betreuen ein Jahr lang Kinder in Burundi.

Schwerpunkt

Mit "weltwärts" ins Waisenheim

Freiwilligendienste helfen Kindern in Ostafrika

von Gunnar Petrich

Burundi in Ostafrika ist ein junges Land. Jeder zweite ist noch keine 15 Jahre alt. Zehn Jahre Bürgerkrieg haben die Infrastruktur völlig zerstört - doch anders als im nördlichen Nachbarland Ruanda kommt in Burundi kaum Hilfe an. Der deutsche Verein Burundikids e.V. will dies ändern und den vielen Straßenkindern, Kriegs- und Aidswaisen ein Zuhause geben.

 
 
 
Kinder vor dem Heim "Centre Uranderea". Quelle: ZDF
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Centre Uranderea

Das "Centre Uranderea" bietet Waisenkindern seit über acht Jahren ein Stück Heimat. Mit dabei seit fast einem Jahr sind die 20-jährige Ruth Nießen und die 21-jährige Kerstin Diel. Die jungen Freiwilligen aus Erkelenz kamen im August 2007 nach dem Abitur nach Afrika und betreuen nun seit fast einem Jahr die 72 Mädchen und Jungen. Sie haben deutsche Schulbücher mitgebracht, helfen den Kindern bei den Hausaufgaben, basteln mit ihnen und haben für die vielen kleinen und großen Probleme der Waisenkinder immer ein offenes Ohr.

 

Etwas anderer Entwicklungsdienst

"Wir kommen wie Geschwister", so Ruth, die aber auch viel Respekt spürt, "weil man Weiß ist und weil man als Volontär herkommt". Ein Einsatz in Burundi ist begehrt. Der Verein Burundikids e.V. nimmt schon längst nur noch Bewerbungen entgegen für 2009. Er ist eine der zahlreichen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die vom Bundesentwicklungsministerium anerkannt wurde im Rahmen des Programms "weltwärts".

Ruth mit Kindern. Quelle: ZDF
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Ruth mit Kindern beim Basteln

Der neue entwicklungspolitische Freiwilligendienst findet nach Auffassung von Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) gute Resonanz. Von den bisher 191 NGOs, die eine Anerkennung als "weltwärts"-Träger beantragt hätten, seien bereits über 130 akkreditiert, sagte die Ministerin Mitte Juli in Berlin. Im August sollen bereits rund 1.000 Freiwillige in 38 Ländern tätig sein. Ihre Zahl wird sich bis zum Jahresende sogar noch verdoppeln. Rund 60 Prozent der Bewerbungen kommen nach Angaben der Ministerin von Frauen.

 

Bis zu 10.000 Entsendeplätze

Bis zum Jahr 2010 will das Ministerium ein jährliches Fördervolumen von 70 Millionen Euro zur Verfügung stellen, mit dem man bis zu 10.000 Einsatzplätze pro Jahr unterstützen könne. "weltwärts" hatte im Januar seine Arbeit aufgenommen und richtet sich gezielt an junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren, die für sechs bis 24 Monate in Entwicklungsprojekten ehrenamtlich mitarbeiten wollen.

 

Für den Einsatz erhalten die entsendenden Organisationen 580 Euro pro Person und Monat vom Ministerium. Die Freiwilligen haben keine eigenen Kosten, so dass auch junge Menschen aus einkommensschwächeren Familien teilnehmen können. Wieczorek-Zeul will auch junge Leute ohne Abitur ermuntern, ein solches Engagement in den Blick zu nehmen.

 

Infobox

Gäste im Studio
Gert Scobel spricht mit Marie Kirch und Jan-Henner Brennecke über ihre Einsätze als freiwillige Helfer.

Straßenjungs. Quelle: ZDF
ZDF
Straßenkinder in Burundi

Zusammenarbeit mit Partnern in Übersee

"weltwärts" ist nicht unumstritten. So sprach die Süddeutsche Zeitung von einem "Egotrip ins Elend". Andere Kritiker sind der Meinung, dass junge Erwachsene ohne Ausbildung sehr schnell überfordert sein könnten. Und nicht zuletzt sei es ein Fehler, dass das Programm eine Einbahnstraße sei. Denn eine Entsendung von jungen Burundis, Indern oder Peruanern nach Deutschland sei gar nicht vorgesehen.

 

Um "weltwärts" stärker mit zu gestalten, haben die großen Zusammenschlüsse von entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten ein gemeinsames Vorgehen vereinbart. Die beiden kirchlichen Dachorganisationen vertreten rund 90 Träger. Nicht-konfessionelle Träger gründeten nun den dritten Verbund "weltoffen". Die drei Dachverbände entsandten nach eigenen Angaben bislang jährlich rund 1.500 junge Erwachsene in Entwicklungsländer. Bewährte Beziehungen zu Partnern in Übersee ermöglichten einen hochwertigen Lerndienst. Dieser Erfahrungsschatz müsse bei "weltwärts" zum Tragen kommen, sagte Stephan Jentgens, Vorsitzender der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste, für die drei Verbünde. Für 2008 planten sie bis zu 2.500 Entsendungen mit dem Förderprogramm "weltwärts".

 
 
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