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10. Februar 2012
 

sonntags

 
sonntags, 9.02 Uhr
Windrad mit Wolken.
Wind der Veränderung - keine Zukunftsmusik

Schwerpunkt

Welt ohne Öl

Machbar oder apokalyptisch?

Setzen Sie sich bei diesem schönen Wetter doch einmal in Ihren Garten und träumen von einer Welt ohne Erdöl. Ihr Auto fährt nicht mehr, der Urlaubsflug ist gestrichen. Die Dusche bleibt kalt und die Firma muss Konkurs anmelden.

 
 
 
Die Bohrinsel Mittelplate im Wattenmeer.
Das letzte Öl aus dem Meer

Unser ganzes Leben ist abhängig vom Erdöl. Einem Rohstoff, der immer knapper und immer teurer wird. Was passiert, wenn es kein Öl mehr gibt? Viele Zukunftsforscher entwerfen apokalyptische Szenarien.

Verteilungskämpfe um das knappe Öl würden ausbrechen, Industrien verschwinden, Städte verelenden. Staaten würden sich auflösen ebenso wie die internationale Ordnung. Denn unsere Gesellschaft basiert auf der Annahme des stetigen Wirtschaftswachstums - und das sei immer noch von den fossilen Brennstoffen Erdöl und Erdgas abhängig. Aber wird es wirklich so schlimm kommen? Oder kommt es - wie immer - ganz anders als man denkt?

Ab in die schwedischen Schären. Quelle: ZDF
ZDF
Warm ganz ohne Ölímporte

Die Schweden proben für die Zukunft

Überlegungen zu der Frage, wie ein Land ohne Öl aus anderen Ländern leben kann werden derzeit in Schweden angestellt. Trotz langer und kalter Winter will Schweden ab 2020 ganz ohne Erdölimporte auskommen. In Deutschland wird es wohl noch etwas länger dauern, aber auch bei uns könnte das Erdöl irgendwann überflüssig werden.

Künftig wird die Energie aus Pflanzen, Wind und Sonne kommen. Die Europäische Union hat bereits einen Fahrplan entwickelt, um bis zum Jahr 2050 den Energiebedarf in allen Ländern der Union aus erneuerbaren Quellen zu decken. Überall in Europa wird geforscht und gehandelt. Schon heute stehen die Techniken im Energiesektor bereit, um das Erdöl fast überall zu ersetzen.

Heizöllaster liefert. Quelle: dpa
dpa
Der Preisschock kommt per LKW.

Teures Öl macht Arme ärmer

Für Verbraucher ist schnelles Handeln wichtig. Der Erdölpreis erreicht diesen Sommer Rekordniveau. Viele denken mit Grauen an die kommende Heizperiode. Hohe Energiekosten treffen ärmere Haushalte besonders hart, denn sie haben relativ gesehen einen höheren Energiekostenanteil als die Vermögenden.

Laut Armutsbericht der Bundesregierung müssen mehr als 10 Prozent aller Haushalte mit weniger als 1.000 Euro monatlich auskommen. Und gerade die ärmeren Menschen leben in Mietwohnungen und können kaum durch Modernisierung die Energiekosten senken.

Heizungsregeler. Quelle: ZDF
ZDF
Geldverdampfende Ventile

Hausbesitzer müssen handeln

Hausbesitzer dagegen können schon heute einiges tun, um für sich oder ihre Mieter Geld zu sparen. Unsanierte Altbauten lassen sich aufgrund der steigenden Energiekosten kaum noch vermieten.

Mit Wärmepumpen und Solarkollektoren lässt sich der Energieverbrauch der Immobilie senken, sie wird so auch für Mieter attraktiver. Seit Juli 2008 kann deshalb jeder, der ein Wohngebäude mieten, leasen, kaufen oder pachten will, einen Energieausweis vom Eigentümer verlangen.

Computeranimation Solarzellen nehmen Licht auf.
Solarzellen statt Kernenergie

Solarzellen machen unabhängig

Mit der passenden Solaranlage können ein Haus, eine Siedlung und sogar ein ganzer Ort unabhängig von den großen Energiekonzernen werden. In Schönau im Schwarzwald haben die Bürger das örtliche Stromnetz gekauft und beziehen den Strom aus Solar- und Wasserkraft. Die Bürger freuen sich, ihr Strom ist nicht teurer als herkömmlicher Strom, dafür aber umweltfreundlich.

Tank für Benzin und Erdgas. Quelle: dpa
dpa
Wechsel auch beim Tanken

Wer tankt schon gerne teuer?

Auch Pendler denken bei steigenden Spritpreisen an Alternativen zum Öl. Viele lassen ihr Auto auf Erdgas oder Autogas auch LPG genannt umrüsten. Rund 3.000 Euro kostet der Einbau eines Autogastanks. Aber bei Preisen von derzeit ca. 70 Cent pro Liter Autogas rechnet sich die Umstellung für Vielfahrer. Das Tankstellennetz für Autogas wird derzeit in Deutschland kräftig ausgebaut. Wer an eine Umrüstung auf Autogas denkt, sollte aber spitz kalkulieren, denn in der Regel verbraucht das Auto etwas mehr Gas als Sprit.

Standby am Computer.
Standby ist überflüssig

Standby endlich abschalten

Jeder kann mitmachen und sparen. Immer noch haben viele Haushalte TV- oder andere Hifi-Geräten auf Standby-Betrieb. Einen durchschnittlich ausgestatteten Haushalt kostet dies jährlich rund 70 Euro. Bundesweit summiert sich das auf mehr als 2 Milliarden Euro - Würden alle Haushalte Standby ausschalten, könnte Deutschland zwei Kernkraftwerke komplett abschalten.

 
 
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