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09. Februar 2012
 

sonntags

 
sonntags, 9.02 Uhr
Passanten auf der Straße. Quelle: ZDF
Leben in der Krise: Wer ist schon betroffen?

Zukunft machen

Zukunft - aber wie?

Frithjof Finkbeiner: Ein Weltbürger und seine Visionen

Die Welt steckt mitten in einer Krise. Millionenverluste der Banken und Firmeninsolvenzen bestimmen die Nachrichten. Der Kampf um Arbeitsplätze ist entbrannt. Über eines sind sich alle einig: Die Krise muss so schnell wie möglich überwunden werden.

 
 
 
 

Doch wie soll es überhaupt weitergehen? Diese Frage stellen sich momentan viele Menschen. Frithjof Finkbeiner, Wirtschaftswissenschaftler und Gründer der "Global Marshall Plan Initiative" hat sich schon vor der Wirtschaftskrise mit solchen Fragen auseinandergesetzt.

Frithjof Finkbeiner. Quelle: ZDF
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Frithjof Finkbeiner

Er kommt zu dem Schluss, dass sich nur etwas zum Positiven verändern kann, wenn jeder Einzelne etwas dafür tut. "Wenn wir warten, dass die Politiker etwas tun, wenn wir abwarten, dass die Wirtschaft das Richtige tut - dann werden wir enttäuscht sein", erklärt Finkbeiner. Deshalb kämpft er seit der Aufgabe seines erfolgreichen Bauunternehmens dafür, dass auch der Einzelne an seine Kraft zur Veränderung glaubt.

Infobox

Frithjof Finkbeiner

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler führte von 1986 bis 1994 erfolgreich ein Unternehmen in der Baubranche. Dieses Unternehmen gibt Finkbeiner jedoch auf, nachdem ein Vortrag von Al Gore "sein Leben verändert". Finkbeiner wird mit einem Mal klar, dass der Einzelne, neben Mülltrennung und Hilfe zur Selbsthilfe, noch viel mehr tun kann.

2003 gründet er zusammen mit anderen Wissenschaftlern, Prominenten und Privatleuten deshalb die "Global Marshall Plan Initiative". Diese Organisation verfolgt das Ziel, dass sich alle Menschen als Weltbürger verstehen und gemeinsam nach ganzheitlichen Lösungen für die globalen Herausforderungen suchen.

Neue Spielregeln!

Finkbeiner will sich nicht länger auf die Hilfe der Politiker verlassen und hat deshalb zusammen mit anderen Privatleuten, Wissenschaftlern und Prominenten die "Global Marshall Plan Initiative" ins Leben gerufen. Diese Organisation geht der Frage nach, wie Globalisierung gerecht gestaltet werden kann. Denn Finkbeiner sieht in der Globalisierung durchaus eine Chance, allerdings muss es feste ökologisch-soziale Spielregeln für alle geben. Nationales Handeln reicht seiner Meinung nach schon lange nicht mehr aus, um das Leben auf der Erde gerecht zu gestalten.

Demonstration im Fernsehen. Quelle: ZDF
ZDF
Krise auf allen Kanälen

Der 46-Jährige versteht sich deshalb auch nicht nur als Deutscher, sondern vor allem als Weltbürger. "Wir müssen begreifen, dass, wenn es den Afrikanern schlecht geht, wir auch ein Problem haben." Nur wenn alle Menschen, auch die Politiker diese Einsicht haben, können in Zukunft die richtigen Entscheidungen getroffen werden - da ist sich Finkbeiner sicher.

 

Nicht eine Krise, sondern viele!

Während in den Medien vor allem von einer Finanz- oder Wirtschaftskrise die Rede ist, spricht Finkbeiner von vielen Krisen wie zum Beispiel einer Gerechtigkeitskrise oder Klimakrise - auch diese Herausforderungen gilt es nach Meinung Finkbeiners so schnell wie möglich zu lösen. Da die aktuellen Krisen aber sehr vielschichtig sind, reiche es nicht, sich nur auf die Politik zu verlassen, rät Finkbeiner.

 

Stattdessen müsse sich der Einzelne langfristig um Veränderungen in der Welt bemühen. Klimafreundliches Leben gehöre genauso dazu, wie selbst aktiv zu werden und beispielsweise Briefe an Politiker zu schreiben oder mal auf einen Flugurlaub zu verzichten. Finkbeiner ist der Überzeugung, dass nur das langfristige Handeln der Bürger die Welt nachhaltig verändern kann.

 
 
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