Karikaturist und Bestseller-Autor Werner "Tiki" Küstenmacher wirft einen neuen Blick auf unseren Alltag.
Die Politik macht den Leuten gern Angst vor der materiellen Armut. Das ist zurzeit ja wohl auch berechtigt. Die Menschen machen sich viele Sorgen um die Zukunft. Sie haben Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, zu verarmen - und gerade dadurch steigt die Chance, dass sie vor lauter Angst den Kopf verlieren.
Die amerikanische Lebenstrainerin Martha Beck hat eine pfiffige Methode gegen übertriebene Ängste entwickelt: Denken Sie Ihre Ängste konsequent weiter. Stellen Sie sich vor: arbeitslos, umziehen in eine kleinere Wohnung, sparen beim Essen, keinen Urlaub, viel Zeit für sich, Treffen mit anderen Armen.
Da wird bald klar: Die Katastrophe ist vielleicht gar nicht so katastrophal. Auch im Schlimmsten ist irgendetwas Gutes enthalten. In Janis Joplins berühmtem Song "Me And Bobby McGee" heißt es: "Freedom's just another word for nothing left to loose." Freiheit ist, wenn man nichts mehr zu verlieren hat. Ist man vielleicht erst wirklich frei von Ängsten, wenn man völlig pleite ist?