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06. September 2010
 

sonntags

 
sonntags, 9.02 Uhr
"Crossing th Bridge"-Kinder malen. Quelle: ZDF
START-Stipendiatin engagiert sich ehrenamtlich für jüngere Mädchen

Eingewanderte Talente

START-Stiftung fördert Einwandererkinder

In dieser Woche hat eine Studie des Berlin-Institutes herausgefunden: Türkische und türkischstämmige Einwanderer sind in Deutschland am schlechtesten integriert. Das Ergebnis entspricht einem Negativ-Bild, das zugewanderten Jugendlichen schon länger anhaftet. Dabei wird häufig übersehen, dass unsere Gesellschaft auf die Zuwanderer angewiesen ist und diese zugewanderten Talente braucht. Vielfach ist die Integration gelungen - die integrierten Menschen fallen aber nicht auf. Ihre Integrationsleistung gilt als selbstverständlich.

 
 
 
 

Die einzige Chance für Kinder und Jugendlich aus Einwandererfamilien ist die Bildung. Seit sechs Jahren unterstützt das START-Stipendienprogramm die Integration begabter Migranten.

Kenen Önen, START-Stiftung. Quelle: ZDF
ZDF
Kenan Önen, Geschätsführer der START-Stiftung

Stiftung fordert hohen Einsatz

Wie bei Stipendien üblich, fordert auch die START-Stiftung viel Einsatz von den Stipendiaten: Die Einwandererkinder der Jahrgangsstufen 8 bis 13 müssen gute schulische Leistungen vorweisen, sich in irgendeiner Form auch neben der Schule gesellschaftlich engagieren und darüberhinaus noch ein "bemerkenswertes Persönlichkeitspotenzial" besitzen. Das Ziel der Stiftung ist es, den Stipendiaten Wege in berufliche Leitungsfunktionen zu eröffnen und so für die Gesellschaft das interkulturelle Potenzial nutzbar zu machen.

 

Die Stiftung unterstützt die Jugendlichen mit einem monatlichen Bildungsgeld, einem Computer mit Internetanschluss, Bildungsseminaren oder Ferienakademien. Im laufenden Schuljahr kommen immerhin 570 Stipendiaten aus über 65 Herkunftsländern in den Genuss der Förderung.

 

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START-Stiftung Logo. Quelle: ZDF

START-Stiftung

An der Hauptwache 11
60313 Frankfurt

Das Stipendium der START-Stiftung(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)

 

Gelungene Integration

Die von START geförderten Jugendlichen engagieren sich stärker als ihre Klassenkameraden. Zum Beispiel Nuray Karaca: Die Tochter türkischer Einwanderer ist die Schulsprecherin ihrer Schule, sitzt im Vorstand des Stadtschülerrates und hat "crossing the bridge" gegründet.

 
Nuray Karaca - crossing the bridge. Quelle: ZDF
ZDF
Nuray Karaca gründete "crossing the bridge"

 

Eine Initiative, in der sich Schülerinnen der Oberstufe als Paten um frisch an die Schule gekommene Fünftklässerinnen aus Einwandererfamilien kümmern: Es gibt Nachhilfe bei den Hausaufgaben oder die Mädchen gehen ins Kino oder malen einfach zusammen. Ein Miteinander von jüngeren und älteren Mädchen aus ganz unterschiedlichen Nationen. Mit "crossing the bridge" gewann Nuray Karaca letztes Jahr den hessischen Integrationspreis.

 

Beispielhaftes Engagement

Viel Einsatz, der nicht vom Elternhaus gefordert wurde, sondern allein dem Willen und Ehrgeiz von Nuray Karaca entspringt: Ihr Beispiel zeigt, dass es neben den schlecht integrierten Jugendlichen, die die Schlagzeilen und die politische Diskussion des Themas bestimmen, auch diejenigen gibt, die Großes für die Gesellschaft leisten. Mehr kann man von einer 18 Jahre alten Schülerin kaum erwarten.

Buchcover "Ihr seid Deutschland, wir auch.". Quelle: Suhrkamp
Suhrkamp
Buchcover "Ihr seid Deutschland, wir auch."

Infobox

Buchtipp

Ruth-Esther Geiger
Ihr seid Deutschland, wir auch.
Junge Migranten erzählen
Suhrkamp
ISBN 978-3-518-46009-2

Wer sagt denn, dass Integration misslingen muss? 15 Porträts zeigen junge Menschen und ihre Familien-, Flucht und Verfolgungsgeschichte. Und sie zeigen, mit welcher Förderung sie welche Hindernisse überwunden haben um weit zu kommen. Alle Jugendlichen, die die Autorin getroffen hat, sind aktuelle oder ehemalige START-Stipendiaten