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09. Februar 2012
 

sonntags

 
sonntags, 9.02 Uhr
Manfred Weber und sein Pferd Rökkvi. Quelle: ZDF
Innige Begrüßung: Manfred Weber und sein Pferd Rökkvi

Ausflug

Ein Pferd als Verbündeter

Rollstuhlfahrer Manfred Weber hat einen ganz besonderen Lieblingsort

Unsere Mitmach-Aktion "Ihr Lieblingsort" geht zu Ende. Ob am Strand, in der eigenen Hängematte oder auf einem Aussichtsturm - zahlreich waren die persönliche Lieblingsorte, die Sie uns geschickt haben. Ein Bild hat uns besonders neugierig gemacht.

 
 
 
 

Manfred Weber hat uns ein Foto von sich und seinem Pferd Rökkvi geschickt - beide innig Kopf an Kopf. "Das Zusammensein mit meinem vierbeinigen Freund gibt mir innere Ruhe und Freude", schrieb er dazu. Sein Lieblingsort: das Islandpferdegestüt Osterbyholz bei Eckernförde. Ein Ort, der für sein Leben tatsächlich eine ganz besondere Bedeutung bekommen hat.

Manfred Weber. Quelle: ZDF
ZDF
Manfred Weber

Dem Tode näher als dem Leben

Seit einem schweren Autounfall vor 14 Jahren sitzt Manfred Weber im Rollstuhl. Ein betrunkener junger Mann war mit 100 Stundenkilometern frontal in seinen Wagen gerast. Lange war Manfred Weber dem Tod näher als dem Leben gewesen.

"Ich war damals irgendwie in etwas Hellem gewesen", erzählt er, "und da hat mein schon toter Vater zu mir gesagt: 'Manfred, du musst weiterleben'." Manfred Weber lebte weiter, wurde aber depressiv. Bis er bei einem Freund, der Pferde züchtete, auf Rökkvi stieß - oder besser Rökkvi auf ihn: "Rökkvi löste sich von den anderen, kam gleich auf mich zu an den Zaun. Er schnupperte von unten nach oben an mir und leckte mich quer durch das Gesicht. Da war mir klar: Das Pferd kaufe ich."

 
Rollstuhlfahrer Manfred Weber und sein Islandpferd. Quelle: ZDF
ZDF
"Mit ihm bin ich in einer anderen Welt" - Rollstuhlfahrer Manfred Weber geht mit seinem Islandpferd Rökkvi spazieren.

Rökkvi ersetzt jeden Arzt

Das war vor 13 Jahren. Seitdem sind die beiden unzertrennlich. Manfred Weber lernte trotz seiner gelähmten Beine reiten. Doch damit musste er wieder aufhören, die Schmerzen in den Gelenken wurden zu stark. Doch Rökkvi ist für den heute 70-Jährigen weit mehr als nur ein Reitpferd oder Schmusetier.

 

"Die gegenseitige Zuneigung bringt mir so viel. Das kann ich gar nicht ausdrücken. Rökkvi ersetzt meinen Orthopäden und Hausarzt. Und auch jeden zweibeinigen Psychologen", sagt Manfred Weber und stützt sich auf Rökkvi, um ihn zu bürsten. Ein Pferd - Sinnbild für Freiheit und Unabhängigkeit - ist für Rollstuhlfahrer Manfred Weber ein Verbündeter geworden. "Ohne Rökkvi", sagt er, "ginge es einfach nicht. Mit ihm bin ich in einer anderen Welt" - an seinem ganz besonderen Lieblingsort.

 
 
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