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11. Februar 2012
 

sonntags

 
sonntags, 9.02 Uhr
Venusstatue. Quelle: ZDF
Venus-Skulptur aus selbstgeschmiedetem Eisen und gehauenem Sandststein.

Menschen & Projekte

Denkmäler für die Jugend

Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege

von Gabi Haneld

Das Freiwillige Soziale Jahr - kurz FSJ - richtet sich an Jugendliche, die nach der Schulausbildung nicht genau wissen, in welchem Bereich sie arbeiten wollen. Sie können Erfahrungen sammeln in Kindergärten oder in Einrichtungen für Behinderte, aber auch im kulturellen Bereich wie in der Denkmalpflege.

 
 
 
 

Gegenüber dem Wasserschloss im münsterländischen Raesfeld ist der Sitz der Akademie des Handwerks. Hier wird gehämmert und geschmiedet, man hört es schon von weitem. 20 junge Leute verbringen hier ein einwöchiges Praxis-Seminar und lernen alles Wichtige rund ums Thema Schmiedetechnik und Steinbearbeitung.

 

Unter Anleitung zweier Dozenten fertigen sie eine Skulptur aus selbstgeschmiedetem Eisen und gehauenem Sandststein. Sie alle sind in ihrem Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege.

Schmiedezangen halten ein Werkstück. Quelle: ZDF
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Schmiedetechnik

Das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege

Das Freiwillige Jahr in der Denkmalpflege (FJD) ist eine Form des Freiwilligen Sozialen Jahres und dient Jugendlichen im Alter von 16 bis 26 Jahren zur persönlichen und beruflichen Orientierung. Ein Jahr lang können sie in Handwerks- und Baubetrieben, bei Architektur- und Planungsbüros oder Denkmalbehörden mitarbeiten. In begleitenden Seminaren werden ihnen Stil- und Materialkunde, Forschungs- und Arbeitsmethoden, Grundlagen der Denkmalpflege sowie die Bedeutung des europäischen Kulturerbes vermittelt.

 

Das freiwillige Jahr wird immer beliebter. Es kann bei Studienplatzbewerbern als Wartesemester angerechnet werden, und anerkannte Kriegsdienstverweigerer können es auch als Ersatz für den Zivildienst geltend machen.

 
Schmiede. Quelle: ZDF
ZDF
FSJ-ler lernen in der Denkmalpflege, Eisen zu schmieden.

Tradition der mittelalterlichen Bauhütten

Träger des Freiwilligen Jahres in der Denkmalpflege ist der Verein "Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz e.V." in Zusammenarbeit mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd). Diese Sonderform des Freiwilligen Sozialen Jahres knüpft an die Tradition der mittelalterlichen Bauhütten an.

 

Zwölf solcher Jugendbauhütten gibt es mittlerweile in Deutschland, eine davon liegt am Niederrhein, genauer in Duisburg und im münsterländischen Raesfeld. In Duisburg sitzt sozusagen die Verwaltung und in Raesfeld wird die praktische Arbeit ausgeführt.

Jugendliche bearbeitet einen Stein. Quelle: ZDF
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Steinbearbeitung

Praxismodule in Raesfeld

Auf dem dortigen Wasserschloss ist auch der Sitz der Akademie des Handwerks und deshalb finden hier auch die Praxismodule für die Freiwilligen statt. Normalerweise arbeiten diese in ihren Einsatzstellen, das sind gemeinwohlorientierte Einrichtungen wie Denkmalbehörden, Museen, Vereine, aber auch kleine und mittelständische Handwerks- und Baubetriebe oder Architekturbüros.

 

Die 20 Teilnehmer, die sich auf Schmiede und Steinbearbeitung aufteilen, arbeiten an einer zwei Meter großen Skulptur, die aus Stein gemeißelt und mit selbstgeschmiedeten Eisen verziert wird. Gemeinsames Ziel ist hier eine moderne Interpretation der klassischen Venus-Figur. Im Zuge der Kulturhauptstadt 2010 wird sie im Sommer auch auf der Zeche Zollverein in Essen aufgestellt.

 
 
 
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